Work

Ein Aussie will beschäftigt werden. Die ausgesprochenen Arbeitshunde wurden von Beginn an und werden auch heute noch dazu gezüchtet, Vieh zu hüten und treiben, vornehmlich Rinder. Eine Arbeit, die vom Hund Ausdauer, Intelligenz, Mut, Sicherheit, Selbständigkeit und Teamfähigkeit verlangt. Ein Arbeitsaussie muss auf kleinste Befehle seines Herren achten, aber auch Situationen selber einschätzen können, Energie besitzen und gleichzeitig auch eine gewisse Ruhe bewahren können. Eine anspruchsvolle Aufgabe! Dass der Aussie ihr gewachsen ist, sollte jedem sofort verdeutlichen, um was für eine bemerkenswerte Rasse es sich bei diesem Hund handelt. Dass man solchen Arbeitstieren nicht plötzlich die Aufgabe des gemütlichen Familienfreundes zuschreiben kann, versteht sich eigentlich von selber. Dennoch kann ein Aussie ein zufriedener Familienhund sein, wenn er ausreichend beschäftigt und gefordert wird.


Beschäftigung wird in der Hundehaltung leider immer noch sehr stark mit Auslauf gleichgesetzt. Natürlich wird ein Aussie freudig bei der Sache sein, wenn lange Spaziergänge angesagt sind, und wie jeder andere Hund schätzt auch der Aussie gemütliche Schnüffelrunden. Der Aussie ist durchaus ein körperlicher Arbeiter, aber genau so ist er ein Denker, weshalb es einfach nicht reicht, täglich drei Stunden spazieren zu gehen. Gestaltet man das Aussieleben aber richtig und spannend, kommt er auch mit weniger als den drei Stunden sehr gut aus.



Vorneweg ein paar wenige Worte zu meiner Art, mit Mairin zu arbeiten. Ich bemühe mich, nicht über Druck und Schmerz ans Ziel zu kommen, sondern mittels positiver Verstärkung. Wir arbeiten deshalb in allen Sportarten im Geschirr (oder ganz ohne) und mit dem Clicker. Dazu gehört auch, dass ich in kleinen Schritten arbeite und Mairin nur Hilfestellung leiste, damit sie selber herausfinden kann, worauf es hinauslaufen soll, und sie nicht einfach in ein Verhalten, eine Handlung oder eine Position zwinge. 



Optimal wäre es natürlich, wenn ein Aussie hüten dürfte. Da aber die wenigsten Aussiebesitzer einen Hof mit Rindern besitzen, und es nicht jedermanns Sache ist, zum Spass an einer Herde das Hüten zu üben, muss Alternativbeschäftigung her. Je nach Charakter des Hundes sieht diese ganz unterschiedlich aus. Aussies werden gerade für ihre Versatility, also ihre Vielseitigkeit, so bewundert und geschätzt, und dieser Vielseitigkeit sollte man auch gerecht werden! Eine Liste davon, wie ich Mairin bei der Stange behalte, findet sich unter Beschäftigung.


Natürlich muss ein Hund heute zuallererst in unserem tagtäglichen Gefüge funktionieren. Dafür ist es unerlässlich, dass sowohl der Hund als auch der Mensch ein paar Grundregeln kennt. Um uns diese anzueignen und sie zu festigen und in verschiedenen Situationen zu generalisieren besuchen Mairin und ich einmal die Woche ein Alltagstraining. Auch das Begleithundetraining dient diesem Zweck, erfordert allerdings eine noch höhere Perfektion von Hund und Halter.


Für Mairin hat Spiel und Bewegung einen relativ hohen Selbstbelohnungswert, weshalb die Sportarten Discdogging, Flyball und Agility ihr viel Spass machen. Auch beim Longieren verbinden wir diese zwei Dinge.


Mit der Nase zu arbeiten liegt sowieso jedem Hund, denn das Riechorgan ist sein wichtigster und bestausgeprägter Sinn. Mit dem Fährten haben wir deshalb eine ruhigere, aber nicht weniger intensive Beschäftigung gefunden. Nasenarbeit bietet auch auf dem täglichen Spaziergang eine gute, sehr vielseitige Möglichkeit, Mairin eine Aufgabe zu geben, mit Futterstreusuchen oder versteckten Futterbeuteln.


Das Lernen von kleinen Tricks, die über Sit und Down hinausgehen, gibt Mairin und auch mir etwas zu denken und macht uns beiden – und immer wieder auch Zuschauern, die uns im Park beobachten - viel Spass.


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Kommentare: 1
  • #1

    Daniela (Montag, 16 Mai 2011 11:35)

    Was für ein toller Beitrag! Vielen Dank! Als ebenfalls Aussie-Besitzerin füge ich noch etwas bei:
    Bitte die Pausen und die Entspannung nicht vergessen ;-)

    Grüessli