Clicker

Der Clicker wird in der Regel als „akustische Erziehungshilfe“ angepriesen, was kaum etwas über seine Funktion aussagt, und ihn für mein Empfinden zu nah bei Dingen wie Sprühhalsbändern, Erziehungsdisc, Erziehungsgeschirr und Co. ansiedelt – Dinge, gegen die ich nicht per se etwas habe, die aber erziehungstechnisch doch wesentlich anders funktionieren als der Clicker. Darüber sollte man sich meines Erachtens im Klaren sein. Während nämlich Discs und solches über positive Bestrafung arbeiten, setzt der Clicker bei der positiven Verstärkung an und macht damit das Lernen für den Hund zu etwas Angenehmen. Zu diesen lerntheoretischen, sehr verwirrlichen Begriffen aber mehr in der Rubrik "Pawlow und Skinner". Unter „Clicken im Alltag“ findet sich eine Erläuterung mit Beispiel, wie man das Ding denn nun tatsächlich einsetzt. Unter „Free Shaping“ gebe ich einen Kürzesteinblick mit Beispiel in diese spannende Methode, und bei „Clickereien“ gibt es eine Auflistung von nicht unbedingt alltagstauglichen Dingen, die ich Mairin „verklickert“ habe.

 

Die Informationen, die ich hier über den Clicker wiedergebe, sind sehr grundlegend und daher auf das Allernötigste beschränkt. Mehr dazu findet man in Büchern, auf Lern-DVDs und natürlich im Internet, und viele Hundeschulen bieten sehr empfehlenswerte Clicker-Kurse an.


Der Clicker ist ein kleines, mechanisches Instrument, etwas daumengross, bei dem durch Knopfdruck ein Klickton ausgelöst wird. Dieser Klickton hat für den Hund erst einmal überhaupt keine Bedeutung, wird aber durch Konditionierung positiv verbunden – das heisst, auf jeden Klick folgt innert sehr kurzer Zeit, also maximal drei Sekunden, eine Belohnung. Damit wird der Klickton sozusagen zu einem Lohnausweis, der dem Hund die Belohnung verspricht. Der Klick wird die Belohnung aber niemals ersetzen. Was man dann damit machen kann, ist relativ simpel: man kann dem Hund punktgenau kommunizieren, wann er etwas richtig gemacht hat, indem man in diesem Moment klickt. Ungefähr so, als würde man ein Foto davon machen, was der Hund genau zum Zeitpunkt des Klicks gemacht hat. Und auf den Klick folgt dann ein Goodie, und zwar jedes Mal.

 

Auf den ersten Blick mag es scheinen, als sei der Clicker nur ein unnötiger Zwischenschritt, denn man könnte dem Hund ja auch einfach das Goodie zustecken. Das Problem dabei ist, dass wir in der Regel nicht schnell genug sind, um dem Hund genau im richtigen Moment, als er nämlich ein erwünschtes Verhalten zeigt, ein Leckerchen zu geben. Manchmal sind wir auch einfach zu weit weg dafür. Damit der Hund sein Verhalten aber sicher mit der Belohnung verknüpft und also wieder an den Tag legt, muss die Bestätigung innerhalb von drei Sekunden auf das Verhalten erfolgen. Deswegen der Clicker, der dem Hund anzeigt: Genau das will ich von dir!, und das Goodie wird nachgeliefert.

 

Grundsätzlich gilt: Jeder Hund, überhaupt jedes Tier kann geklickt werden! Die Methode wurde als allererstes für Delphine, Seehunde, Wale und so weiter verwendet, mittlerweile auf Haustiere ausgeweitet (auch Schweine, Pferde, Katzen kann man klickern) und wird gerade bei Filmtieren eigentlich immer angewandt - die Eichhörnchen bei "Charlie and the Chocolate Factory" zum Beispiel wurden mittels Clicker trainiert.

 

Jedem  Clicker-Interessierten lege ich einen Clicker-Kurs nahe, in dem er die richtige Technik erlernt, Tipps und Tricks kriegt und von jemandem für die ersten Clickerversuche an der Hand genommen wird, zum Beispiel im Hundewerk.


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