Clicken im Alltag

Bei einfachen Dingen wie Sitz und Platz kann man natürlich einfach warten, bis der Hund es von selber macht, und ihn dann klicken. Ob hier der Clicker überhaupt vonnöten ist, ist tatsächlich eine Ermessensfrage, denn wenn man einem Welpen diese Dinge beibringt, steht man ja in der Regel daneben und lockt ihn oft sogar mit dem Goodie in der Hand. Sitzt ein Hund erstmal, bleibt er in der Regel auch lang genug sitzen, dass man ihm das Leckerchen zum richtigen Zeitpunkt, während er nämlich noch sitzt, zustecken kann. Der Clicker kann natürlich auch hierfür verwendet werden, bietet sich aber gerade auch für anspruchsvollere Dinge an.

 

Zum Beispiel Pfötchen geben. Um das einem Hund beizubringen, ohne ihn dazu zu zwingen, nämlich einfach seine Pfote anzuheben, schraubt man die Anforderung herunter und arbeitet in ganz kleinen Schritten. Der Hund hebt die Pfote Millimeter vom Boden – Klick – Belohnung. Zeigt der Hund diesen ersten Schritt regelmässig und sicher, kann man die Anforderung steigern, die Pfote muss sich also schon einen ganzen Zentimeter vom Boden heben, dann zwei, drei, fünf, zehn, bis sie in der Hand liegt, und jedes Mal folgt Klick und Belohnung auf das richtige Verhalten. Am Ende wird ein Wortbefehl eingeführt, aber erst, wenn der Hund das Verhalten schon sicher zeigt, da er sonst das Wort nicht sauber mit der Aktion verknüpfen kann. Am Beispiel Pfötchen geben: Hand hinstrecken, Hund legt Pfote hinein, „Pfote!“, Klick, Belohnung.

 

So kann man dem Hund alle möglichen und unmöglichen Tricks beibringen, indem man sich genau überlegt, was der erste Schritt ist, und dann darauf aufbaut. Das erfordert Geduld und Köpfchen vom Menschen und vom Hund und macht beide geistig schön müde.

 

Die Technik lässt sich natürlich nicht nur auf Kunststücke anwenden, sondern auch auf „ernsten“ Hundesport. Für den Hund macht es letztlich keinen Unterschied, ob wir ihm Männchen oder bei Fuss gehen beibringen, beides muss er erlernen, und überall wo ein Verhalten gelernt werden muss, kann der Clicker zum Einsatz kommen. Auch im klassischen Begleithundetraining darf man also durchaus mit dem Clicker arbeiten: Fusslaufen, voran schicken, apportieren, Gegenstände anzeigen, warten. Oder im Agility: Kontaktzonen, Tunnel, Slalom, Sprünge. Alles kann man, wenn man die Geduld mitbringt, über den Clicker, und dadurch ohne Zwang und Druck, aufbauen, vorausgesetzt, man setzt den Clicker richtig ein. 

 

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